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Simson and Delila (Detail)

Artist: Abraham Bloemaert (1566 Gorkum – Utrecht 1651) : studio

Dating: after 1612

Measurements: 222 x 289 mm

Technique: Pen in brown, brush in gray, heightened with opaque white

Frontside visible

Author: Uwe Golle, Carsten Wintermann
Klassik Stiftung Weimar- Graphic art collections

Künstler: Abraham Bloemaert (1566 Gorkum – Utrecht 1651) : Werkstatt

Datierung: nach ca. 1612

Maße: 222 x 289 mm

Technik: Feder in Braun, Pinsel in Grau, mit Deckweiß gehöht

Rückseite

Backside

Rückseitig zeigen sich beriebene Knicke und mehrere getrocknete Flecke einer fettigen oder ölhaltigen Substanz.

The back shows folds with abrasions and several dried spots of a greasy or oily substance.

Backside visible

Durchlicht

Transmitted light

Im Durchlicht wird deutlich, dass das Farbmaterial der Weißhöhung Licht stark absorbiert. Dabei ist nicht eindeutig feststellbar, ob es sich um ein oder zwei verschiedene Weißpigmente handelt. Das Papier ist scheinbar sehr fein und zeigt kaum Struktur.

Under transmitted light, it is apparent that the color material of the white heightening strongly absorbs light. It is not quite clear, however, whether one or two different white pigments were used. Apparently, the paper is very fine and shows little structure.

Transmitted light

Papierstruktur

Paper structure

In einem automatisierten Prozess erfolgt die Separation der Papierstruktur. Dabei wird die Darstellung weitestgehend ausgeblendet, um Papierstruktur und Wasserzeichen möglichst objektiv auswerten zu können. Einerseits bestätigt sich die Feinheit des verwendeten Papiers. Die für ein handgeschöpftes Büttenpapier typischen Faserhäufungen entlang der Stege sind dennoch deutlich nachweisbar. Andererseits erscheint die Weißhöhung unterschiedlich zu absorbieren.

In an automated process, the paper structure is separated while the drawing is mostly masked to analyze structure and watermarks as objectively as possible. On the one hand, the fineness of the paper used is confirmed. Nevertheless, the typical fiber clusters along the webs, which are typical of a hand-made laid paper, are clearly detectable. On the other hand, the white heightening appears to absorb light differently.

Frontside Phaseshift

Farbproben

Color sample

In der UV-Aufnahme werden insbesondere organische Materialien visuell verstärkt angezeigt. Auch die Eisengallustinte wird wegen der enthaltenen Tannine erheblich verstärkt. Bemerkenswert ist bei dieser Aufnahme, dass bereits jetzt das Farbmaterial der Weißhöhung auf Bleiweiß oder Kreide eingegrenzt werden kann. Eine gleichmäßige Fluoreszenz der Weißhöhung erlaubt die Schlussfolgerung, dass es sich um ein einziges Weißpigment handeln könnte. Dabei scheiden aufgrund des Fluoreszenzverhaltens bereits jetzt Titan-, Zinkweiß und Gips aus.

Under UV light, notably organic materials are displayed visually enhanced. Iron gall ink also becomes more visible due to the tannins it contains. It is remarkable that already in this image the color material of the white heightening can be narrowed down to lead white or chalk. The uniform fluorescence of the white heightening allows the conclusion that only one white pigment was used. Due to the fluorescence characteristics, titanium, zinc white and gypsum can be are already eliminated.

Frontside UV

Zeichenmittel

Drawing tools

Die ebenfalls automatisiert generierte UV-Falschfarbenaufnahme erlaubt die ganzheitliche visuelle Differenzierung der verwendeten Zeichenmittel und grundsätzliche Aussagen über die Werkgenese. Im Beispiel kann mit Sicherheit angenommen werden, dass die Weißhöhung - eventuell nachträglich und von fremder Hand - in Bleiweiß ausgeführt wurde. Dafür sprechen schließlich auch partielle Verfärbungen einzelner Bereiche der Weißhöhungen.

The likewise automatically generated UV false-color-image allows for a holistic visual differentiation of the drawing tools used as well as for fundamental statements about the work’s genesis. In the example shown, it can be assumed with certainty that the white heightening was carried out in white lead; possibly later and by a third party. This too is indicated by the partial discoloration of single areas of the white heightening.

Frontside UVFC

Tinten

Types of ink

Die Infrarotaufnahme zeigt zunächst ein deutliches Verblassen der Tintenzeichnung. Dies stützt die Annahme, dass es sich um Eisengallustinte handelt. Diese verblasst in einem Wellenlängenbereich von ca. 1100 nm bereits sichtbar. So können gegebenenfalls Unterzeichnungen sichtbar gemacht werden. Bei dieser Zeichnung bleibt die Lavierung in Rußtusche unverändert sichtbar, so dass sich scheinbar das Bild einer reinen Pinselzeichnung ergibt.

The infrared image first shows a significant fading of the ink drawing. This supports the assumption that the type of ink used has to be iron gall ink which already fades visibly in a wavelength range of about 1100nm. Thus, if necessary, underdrawings can be made visible. In this drawing, the wash in soot ink still remains visible, giving the impression of a pure brush drawing.

Frontside IR

Zeichenmaterialien

Drawing materials

Mittels der automatisch aus den angefertigten Aufnahmen verschiedener Wellenlänge errechneten IR-Falschfarbenaufnahme sind die bei der reinen IR-Aufnahme besprochenen materiellen Eigenschaften der Zeichnung deutlich unterscheidbar. Anders als bei der reinen IR hebt sich in der durch die x71 automatisiert generierten IRFC deutlich differenziert die Lavierung von der Tintenzeichnung ab. Eine kennerschaftliche Analyse der Zeichentechnik wird ebenso ermöglicht, wie die Feststellung, dass es sich hier um eine Federzeichnung in Eisengallustinte handeln muss, die mit Rußtusche laviert wurde und - möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt - mit Weißpigment gehöht wurde.

The infrared false-color-image, automatically generated via the X71 from images of different wave-lengths, clearly shows the distinguishable physical properties of the drawing. Unlike the pure IR image, the IRFC image clearly separates the wash from the ink drawing. Thus, an expert analysis of the drawing technique is made possible, as well as the statement that this must be a pen and ink drawing in iron gall ink, which has been washed with soot ink and – possibly at a later date – has been heightened with white pigment.

Frontside IRFC

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