Folio Format (Buchformat)

Der Begriff Folio leitet sich vom lateinischen Wort „folium“ (Blatt) ab und bezeichnet ein traditionelles Buchformat, bei dem sich die Größe der Seite dadurch ergibt, dass die bei der Herstellung des Buches verwendeten Bögen nur einmal gefaltet werden. Einen ungefalteten Bogen bezeichnet man als Atlasformat, Doppel- oder Großfolio.

Da die Größe des Ausgangsbogen und damit die endgültige Größe des Buches jedoch variieren kann, haben sich im Bibliothekswesen eigene Richtlinien zur Kategorisierung von Buchformaten durchgesetzt. In Deutschland folgt die moderne bibliothekarische Einordnung den Richtlinien der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main, die auf die Preußischen Instruktionen (PI) zurückgehen. Diese greift zwar auf die alten Buchformatbezeichnungen zurück, definiert sie aber ausschließlich über die Höhe des Buchrückens. Heute werden Bücher mit einer Buchrückenhöhe von 40-45 cm als Folio-Format eingestuft. Bücher im Folio-Format, auch Folianten genannt, werden mit der Abkürzung fol. oder dem Zeichen 2° (für 2 Blatt) gekennzeichnet.

Weltberühmte Beispiele für Bücher im Folio-Format sind die Gutenberg-Bibel und Shakespeares First-Folio von 1623, das in 1.000 Exemplaren gedruckt, in Kalbsleder gebunden und für den Preis von 1 Pfund verkauft wurde. Dieses Buch konnten sich natürlich nur sehr wohlhabende Menschen leisten.

Im modernen Buchdruck wird das Folio-Format vor allem für aufwendige Bildbände oder originalgetreue Nachdrucke (Faksimile) kostbarer Bücher aus vergangenen Zeiten verwendet. Beliebt ist das Folio-Format auch zur Dokumentation von Jubiläen: Viele Firmen, Konzerne oder Institute dokumentieren ihre (Erfolgs-)Geschichte vorzugsweise im Großformat. Diese Bände erscheinen dann oft als Sondereditionen in einer handverlesenen Auflage.

Da das klassische Folio-Format keiner DIN-Norm entspricht, sondern zwischen den Formaten DIN A2 und DIN A1 liegt, stellt es auch bei der Digitalisierung besondere Anforderungen an Scansysteme.