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FADGI

Die Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) wurde 2007 als gemeinschaftliche Kooperation unterschiedlicher Bundesbehörden der Vereinigten Staaten gegründet,  um gemeinsame technische Richtlinien, Methoden und Praktiken für die Archivierung digitalisierter sowie digitaler Dokumente von historischer und kultureller Bedeutung zu formulieren. Diese Standards erhielten durch die Initiative der US-Regierung, den Zufluss analoger Dokumente in die National Archives nach 2022 zugunsten elektronischer Aufzeichnungen zu stoppen, eine erhöhte Dringlichkeit.

Zwei Arbeitsgruppen befassen sich mit den beiden Hauptthemenbereichen: den audiovisuelle sowie den „unbewegten“ Dokumenten. Mit einem Ranking von einem (niedrig) bis vier (hoch) Sternen wurden Leistungsparameter basierend auf einer umfassenden numerischen Analyse der Genauigkeit und Qualität der Digitalisate für die unterschiedliche Medien erstellt.

Die Richtlinien werden über http://www.digitizationguidelines.gov/ veröffentlicht und aktualisiert.

ÄHNLICHE THEMEN

Forensik

Forensik, vom lateinischen forensis (zum Forum/Markt gehörig), ist ein Sammelbegriff für wissenschaftliche und technische Arbeitsgebiete, in denen kriminelle Handlungen systematisch untersucht werden. Die Geschichte des Begriffs stammt aus der römischen Zeit, in der eine strafrechtliche Anklage bedeutete, den Fall vor einer Gruppe von öffentlichen Personen auf dem Forum zu präsentieren und mittels Fakten und Argumenten zu verteidigen. Dieser Ursprung ist die Quelle der beiden modernen Verwendungen des Wortes forensisch – als eine Form der juristischen Beweisführung und als eine Kategorie der öffentlichen Präsentation.

In der modernen kriminaltechnischen und wissenschaftlichen Forensik werden Scansysteme eingesetzt, um insbesondere Fälschungen von Dokumenten, Urkunden und Kunstwerken aufzudecken. Dies kann vor allem durch den Einsatz von Multispektralfotografie erfolgen. Sie erlaubt die nicht invasive materialtechnische Analyse von Hand-, Druck- und Maschinenschriften, von Papierstrukturen, Farbpigmenten, Mal- und Zeichenmittel wie Tinten oder Kreiden sowie die Sichtbarmachung von Wasserzeichen und Unterzeichnungen.

Fingerspurentfernung

Manche Vorlagen lassen sich nicht so einfach geöffnet auf der Buchwippe bzw. dem Vorlagentisch platzieren. Besonders moderne Magazine oder Bücher und Akten mit einer engen Bindung bleiben meist nicht offen liegen. Sie klappen immer wieder zu, was das Scannen erheblich erschwert. In der Regel ist es in diesem Fall sinnvoll, mit einer Andruckplatte aus Glas oder Makrolon© zu arbeiten. Diese Andruckplatten halten die Vorlage in Position und drücken die Seiten gleichzeitig schonend flach, um das Scanergebnis zu verbessern.

Solche Platten sind jedoch gerade im öffentlichen Bereich oft nicht gewünscht, da sie aufgrund der hohen Beanspruchung  und oftmals unsachgemäßer Handhabung schnell verkratzen oder beschädigt werden. Aus diesem Grund werden gerade in Lese- oder Besuchersälen schwierige Vorlagen während des Scannens oft mit den Daumen links und rechts aufgehalten. Mitgescannte Fingerabdrücke sind jedoch in der Regel lästig und unerwünscht. Für unsere Scanner stellen sie allerdings  kein Problem dar. Um dieses Manko zu entfernen, gibt es in unserer Software „Easy Scan“ die Möglichkeit, über die optionale Funktion „Fingerspurentfernen“ diese Bereiche zu retuschieren. Die Finger werden auf der Vorlage erkannt und über einen Logarithmus aus dem Bild herausgerechnet.

Achtung: Bei dieser Funktion handelt es sich um eine nachträgliche Bildmanipulation, welche die optische Wahrnehmung verbessert, jedoch nicht mehr mit dem Inhalt des Originals übereinstimmt. Grundsätzlich sind all unsere Systeme darauf ausgelegt, ein farbverbindliches und wahrheitsgetreues Digitalisat des Originales zu erstellen. Eine solche nachträgliche Manipulation entspricht nicht mehr diesem Grundsatz.

Folio Format (Buchformate)

Der Begriff Folio leitet sich vom lateinischen Wort „folium“ (Blatt) ab und bezeichnet ein traditionelles Buchformat, bei dem sich die Größe der Seite dadurch ergibt, dass die bei der Herstellung des Buches verwendeten Bögen nur einmal gefaltet werden. Einen ungefalteten Bogen bezeichnet man als Atlasformat, Doppel- oder Großfolio.

Da die Größe des Ausgangsbogen und damit die endgültige Größe des Buches jedoch variieren kann, haben sich im Bibliothekswesen eigene Richtlinien zur Kategorisierung von Buchformaten durchgesetzt. In Deutschland folgt die moderne bibliothekarische Einordnung den Richtlinien der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main, die auf die Preußischen Instruktionen (PI) zurückgehen. Diese greift zwar auf die alten Buchformatbezeichnungen zurück, definiert sie aber ausschließlich über die Höhe des Buchrückens. Heute werden Bücher mit einer Buchrückenhöhe von 40-45 cm als Folio-Format eingestuft. Bücher im Folio-Format, auch Folianten genannt, werden mit der Abkürzung fol. oder dem Zeichen 2° (für 2 Blatt) gekennzeichnet.

Weltberühmte Beispiele für Bücher im Folio-Format sind die Gutenberg-Bibel und Shakespeares First-Folio von 1623, das in 1.000 Exemplaren gedruckt, in Kalbsleder gebunden und für den Preis von 1 Pfund verkauft wurde. Dieses Buch konnten sich natürlich nur sehr wohlhabende Menschen leisten.

Im modernen Buchdruck wird das Folio-Format vor allem für aufwendige Bildbände oder originalgetreue Nachdrucke (Faksimile) kostbarer Bücher aus vergangenen Zeiten verwendet. Beliebt ist das Folio-Format auch zur Dokumentation von Jubiläen: Viele Firmen, Konzerne oder Institute dokumentieren ihre (Erfolgs-)Geschichte vorzugsweise im Großformat. Diese Bände erscheinen dann oft als Sondereditionen in einer handverlesenen Auflage.

Da das klassische Folio-Format keiner DIN-Norm entspricht, sondern zwischen den Formaten DIN A2 und DIN A1 liegt, stellt es auch bei der Digitalisierung besondere Anforderungen an Scansysteme.

Fadenheftung

Die Fadenheftung oder Fadenbindung ist die älteste Art der Buchbindung. Dementsprechend haben sich über die Jahrhunderte viele Methoden und Arten entwickelt wie zum Beispiel die Rückstichheftung, die Blockheftung, die Wechselheftung u.v.m.

Bei der Fadenheftung werden die gefalzten Bogen vom Rücken her zu einem Buchblock aneinander genäht. Dabei muss die Stärke des Fadens immer zum Papier des Buchblocks passen. Jeweils vier (in seltenen Fällen auch acht) Blatt werden zu einer Lage zusammengenäht und dann zu einem Buchblock zusammengeknotet. Wichtig ist, dass die Heftbänder beim Heften nicht durchstochen werden, damit es bei der späteren Rückenrundung nicht zu Spannungen kommt. Heftbänder können unter anderem aus Pergament, Leder oder Gewebe bestehen.

Fresnel-Linse

Unter diesem Begriff versteht man ein eindimensionales Linsensystem, das Korrekturen in nur einer Dimension durchführt. Bei den book2net Buchscannern  befindet sich das Lichtsystem in der Regel  rückwärtig angebracht, um unkontrollierte Reflexionen in die Optik, die  durch die Wölbung der Seite hervorgerufen werden, zu vermeiden. Das LED-Lichtband leuchtet das Buch im Querformat ideal aus, jedoch ergeben sich durch die unterschiedlichen Lichtwege auf der Oberfläche unterschiedliche Lichtstärken von hinten nach vorne. Eine Fresnel-Linse gleicht dies aus, indem sie die kurzen Strahlen vermehrt nach hinten leitet. Daher verwenden wir diese Linsen anwendungsspezifisch angepasst als feste Bestandteile unserer hochwertigen Systeme.

Frachtversicherung

Die Frachtversicherung ist ein zusätzlicher Schutz, der die versandte Ware bei Verlust oder Beschädigung abdeckt. Eine Standard-Frachtpolice deckt nur Pauschalbeträge ab und passt sich nicht an den Wert der Fracht an. Eine eigenständige Versicherungspolice bietet dagegen vollen Wertschutz der Sendung und hilft dem Kunden, die schwierige Aufgabe des Haftungsnachweises im Schadensfall zu vermeiden. Da es sich bei book2net-Scannern um wertvolle Güter handelt, gibt der Abschluss einer Versicherung speziell für internationale Sendungen unseren Kunden die Sicherheit, dass ihre Ware rundum abgesichert ist.

Darüber hinaus können gute Frachtversicherungspolicen auch eine Deckung im Fall äußerer Umstände bieten, die seitens des Spediteurs von der Gewährleistung ausgeschlossen sind, z.B. Behinderungen durch politische Unruhen oder Streiks. Zudem ist der Wert der verpackten Waren nicht auf den Frachtbrief des Spediteurs beschränkt und Kunden müssen nicht nachweisen, dass Schäden oder Verluste durch das Verschulden des Frachtunternehmens entstanden sind.

Frachtkosten

Dies sind Kosten, die für den Versand von Scannern von unserem Werk in Bad-Nauheim, Deutschland, zu einem vereinbarten Standort des Kunden anfallen. Obwohl die book2net Incoterms „Ex works“ (EXW) sind, helfen wir unseren Kunden, den Versand auf eigene Kosten zu organisieren. Wir haben uns mit speziellen Transportdienstleistern wie der Ontour Transport Services GmbH zusammengeschlossen, um unsere Kunden weltweit beim Versand ihrer Bestellungen zu unterstützen, sei es auf dem Land-, See- oder Luftweg.

Die Frachtkosten hängen von Variablen wie der Versandart, d.h. Land-, See- oder Luftweg, der Entfernung zwischen Abholung und Zielort, Gewicht und Packungsdichte sowie schwankenden Marktpreisen ab.

Filter

Ein Filter ist in der Regel eine dünne transparente Scheibe aus Glas oder Kunststoff, die vorne am Objektiv angebracht wird, um das Bild bereits bei der Aufnahme zu verändern. Es gibt Filter mit speziellen Aufgaben, um das Bild zu verbessern, und es gibt Filter, die Fotografen kreative Möglichkeiten bieten, z.B. Farb- oder Verlaufsfilter. Zu ersteren gehören unter anderem Infrarot- oder UV-Filter, die dafür sorgen, dass weder UV- noch Infrarot-Licht durch die Optik auf den Sensor gelangt und so das Bild nachteilig verfärbt. Auch Polfilter sind oft nützlich, da sie Reflexionen und Überstrahlungen vermeiden können. So wird ein Informationsverlust in den besagten Bereichen vermieden.

Ein wichtiges Einsatzgebiet von Filtern ist insbesondere die Multispektralfotografie, da mit Hilfe der Filter unterschiedlichste Lichtwellenlängen selektiert und gezielt  auf den Sensor gebracht werden können.

Flächensensor CCD versus CMOS

Es gibt zwei Arten von Bildsensoren für Industriekameras auf dem Markt: CCD- und CMOS-Sensoren.

Sowohl CCD-Sensoren (Charge Coupled Device) als auch CMOS-Sensoren (Complementary Metal Oxide Semiconductor) wandeln Licht (Photonen) in elektrische Signale (Elektronen) um. In Bezug auf die Leistung haben CMOS-Sensoren mittlerweile CCD-Sensoren nicht nur eingeholt, sondern überholt. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Sensortypen liegt in ihrem technischen Design.

Vergleichen wir zunächst die Funktionsweise der beiden Sensortypen:

Kamerasensoren verwenden Bildelemente, die als „Pixel“ bezeichnet werden, um Licht zu erfassen. Eine beliebte Analogie, wenn es um Pixel geht, besteht darin, sich eine Reihe von Eimern vorzustellen, die Regenwasser sammeln.

Den Unterschied macht, wie der Sensor ausgelesen wird!

Flächensensor Eimer Analogie

CCD-Sensoren lesen jedes Pixel nur sequentiell aus.

In unserer Analogie wird Wasser wie bei einer altmodischen Feuerwehr von einem Eimer zum nächsten gegossen, bis es gemessen wird.

CCD Sensor Eimer Analogie

CMOS-Sensoren lesen jedes Pixel parallel aus. Dadurch können CMOS-Kameras 100-mal schneller auslesen als vergleichbare CCD-Kameras.

CMOS Sensor Eimer Analogie

Resultierend aus der integrierten Auswerteelektronik bieten CMOS -Sensoren im Vergleich zu CCD folgende Vorteile:

– Sehr hohe Bildraten im Vergleich zu einem CCD gleicher Größe
– Deutlich geringerer Stromverbrauch
– Artefakte, d.h. unbeabsichtigt erzeugte Unterschiede zur Bildquelle, wie Blooming und Smearing, wie sie für CCD typisch sind, treten nicht auf.
– Geringerer Lichtbedarf: Empfindliche historische Dokumente und Bücher können besonders schonend digitalisiert werden, da die Lichtintensität bei der Aufnahme erheblich reduzierte werden kann
– Aufgrund des flexiblen Auslesens durch direkte Adressierung der einzelnen Pixel bieten CMOS-Sensoren mehr Möglichkeiten für Binning und Partial Scan/ROI
– Geringere Baugröße der Kamera, da die Auswertelogik auf demselben Chip (System on a Chip) integriert werden kann