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Weißabgleich

Mit dem Weißabgleich wird die Kamera des Scanners an die vorherrschenden Lichtverhältnisse angepasst, um eine gleichmäßige Farbtemperatur und damit eine konstante Bildqualität zu gewährleisten. Die Farbempfindlichkeit des Sensors wird dabei auf die jeweiligen Lichtverhältnisse abgestimmt.

Die Wahrnehmung von Weiß ist stark von der Umgebung und der jeweiligen Lichtquelle abhängig. Bei Tageslicht erscheint ein reines Weiß kälter als zum Beispiel bei Neonlicht, wo es grünlicher erscheint. Selbst in einer kontrollierten Umgebung kann dies zum Problem werden.

Während sich das menschliche Auge bzw. das Gehirn sich auf die jeweilige Lichtsituation einstellen kann und quasi intuitiv einen Weißabgleich durchführt und Farbstiche ausgleicht, bildet eine Digitalkamera diese gnadenlos ab: Ist die Digitalkamera z.B. auf Tageslicht eingestellt und die Aufnahme erfolgt bei Kunstlicht, erscheint das Bild rötlich.

Ein benutzerdefinierter Weißabgleich direkt bei der Installation garantiert daher akkurate Farben von Beginn an. Da eine Veränderung der Lichtumgebung auch immer einen neuen Weißabglich notwendig werden lässt, sollte generell beim Einsatz von Auflichtscannern für eine konstante und einheitliche Lichtsituation gesorgt werden.

Der Weißabgleich sollte mittels eines formatfüllenden Scans einer möglichst weißen oder wenigstens neutralgrauen Fläche erfolgen. Häufig wird dafür schlichtes weißes Papier verwendet, das jedoch oftmals optische Aufheller enthält und daher zu verfälschen Ergebnissen mit Farbstichen führen kann.

Bei book2net verwenden wir daher hochpräzise, spektral neutrale Weißabgleich-Targets, um einen präzisen benutzerdefinierten, kamerainternen Weißabgleich unter den lokalen Lichtverhältnissen zu gewährleisten.

Wasserzeichen

Wasserzeichen sind in Papier durch unterschiedliche Papierstärken eingebrachte Bildmarken die oft nicht auf den ersten Blick, sondern erst durch Lichtdurchlass erkennbar werden.

Für handgeschöpftes Papier sind sie seit dem 13 Jahrhundert nachweisbar. Sie dienten ursprünglich als Herkunfts- und Geschäftszeichen der herstellenden Papiermühlen. Da die Siebe zur Papierherstellung nur eine bedingte Lebensdauer hatten und Papier wegen seines hohen Preises meist nicht lange gelagert wurde, lassen sich durch die Ermittlung datierbarer Wasserzeichen und dem Vergleich mit den durch den Herstellungsprozess entstandenen Abweichungen recht genaue Datierungen historischer Papiere vornehmen. Daher hat sich für historische Wissenschaften, vor allem in der Kunstwissenschaft, die Filigranologie (Wasserzeichenkunde) als forensische Hilfswissenschaft etabliert, um anhand von Wasserzeichen Alter, Herkunft und Echtheit von Dokumenten und graphischen Kunstwerken zu bestimmen. Zu diesem Zweck sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts umfangreiche historische Sammlungen angelegt worden, von denen viele inzwischen online zur Verfügung stehen. Wasserzeichen von Papieren, die beschädigt, schlecht erhalten oder großflächig übermalt worden sind, können zudem mithilfe moderner Analyseverfahren wie der Multispektralfotografie wieder sichtbar gemacht werden.

Heutzutage werden aufwendige Wasserzeichen in traditioneller Verfahrenstechnik vor allem als Sicherheitsmerkmale bei Banknoten und Briefmarken sowie in Personaldokumenten eingesetzt.

Im Zuge der Digitalisierung werden aber auch nicht wahrnehmbare Markierungen und Informationen in Mediendateien, die nur mit bestimmten Verfahren nachweisbar sind als „digitale Wasserzeichen“ bezeichnet.  Wie bei traditionellen Wasserzeichen sollen dabei die eigentlichen Dokumentinformationen und diejenigen, die das Wasserzeichen ausmachen, untrennbar miteinander verbunden sein. Es gibt für jeden Medientyp (Bilder, Audio, Video) ein eigenes Verfahren, das an die jeweilige Codierung und das Datenformat angepasst ist. Auch bei book2net bieten wir Ihnen spezielle Softwaremodule an, damit Sie ihre Digitalisate mit individuellen digitalen Wasserzeichen schützen können.

Betriebssysteme – Windows

Alle unsere book2net Digitalisierungssysteme und unsere Software Easy Scan arbeiten unter windows-basierten Betriebssystemen ab Windows 7. Damit sichern wir unseren Kunden eine hohe und langfristige Verfügbarkeit, Investitionssicherheit und Systemunterstützung. Für einen verzögerungsfreien und produktiven Arbeitsablauf, insbesondere im Bereich der Hochleistungs- und Massendigitalisierung, empfehlen wir jedoch die Installation von Windows 10 – 64 Bit.

Unsere Self-Service-Scanner für den öffentlichen Bereich, wie der book2net Spirit und der book2net Public, werden von uns routinemäßig ab Werk mit einem Windows Embedded Betriebssystem ausgestattet.  Diese modularisierte und speziell für unsere Anwendungen konfigurierte Version verbindet in kompakter Form alle Leistungen und den Komfort des Windows-Betriebssystems mit einer erhöhten Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Die Windows Embedded-Installation verwendet einzigartige Funktionen, die nur für die Windows Embedded-Produktfamilie zur Verfügung stehen. Zu den Hauptfunktionen zählt der Unified Write Filter (UWF), der während der Laufzeit des Scanprozesses einen Viren- und Schreibschutz gewährleistet. Er verhindert jeglichen Zugriff auf die Systemfestplatte, da alle Schreibanforderungen direkt auf den temporären Arbeitsspeicher geleitet werden. Alle Anwendungen und Zugriffe des Benutzers erfolgen ausschließlich im sogenannten Overlay.

Diese Technologie schützt das System vor Korruption durch Viren sowie vor unerwarteten Stromausfällen, da der ursprüngliche Inhalt der Festplatte unberührt bleibt und das System jederzeit durch einen Neustart wie­der auf den ursprünglichen Standard zurückgesetzt werden kann.

Der Betrieb unserer Systeme für den Public-Bereich findet also in einem geschützten Bereich statt, vergleichbar mit der Technologie von Geld- oder Fahrkartenautomaten.

Diese Art des Betriebssystems ist allerdings nur mit einem im Scanner integrierten PC verfügbar. In der Regel wird das System über einen ebenfalls im Gehäuse des Scanners integrierten Touchscreen gesteuert. Es ist aber auch möglich einen externen Bildschirm, Maus und Tastatur zu benutzen.

Werkgenese

Die Werkgenese, d.h. der Entstehungsprozess eines Kunstwerkes, kann durch eine forensische Untersuchung mittels Multispektralfotografie sichtbar gemacht werden. Wasserzeichen, Unterzeichnungen sowie die Analyse von Techniken, Bildträgern, Farbmaterialien und Papierstrukturen können Aufschluss über den Herkunfts- bzw. Entstehungsort eines Werkes sowie den künstlerischen Arbeitsprozess geben. Die wissenschaftliche Forschung erhält dadurch oftmals wichtige Hinweise zur Datierung und Authentizität eines Kunstwerkes (Original oder Kopie), aber auch über künstlerische und wirtschaftliche Verbindungen eines Künstlers und seiner Werkstatt.