Kategorie Archiv: B

Bibliotheksscanner

Welche besonderen Anforderungen haben Bibliotheksscanner?

Neben Archiven und Museen gehören Bibliotheken zu den Hauptbewahrern von kulturellem Wissen. Im Hinblick auf die Bestände gibt es dabei durchaus Überschneidungen. Öffentliche oder wissenschaftliche Bibliotheken in staatlicher Trägerschaft sind zugleich Dienstleistungseinrichtungen, die sammeln, erschließen, bewahren und ihren Benutzern im öffentlichen Auftrag Zugang zu breitangelegten Informationen vermitteln sollen. Zudem gibt es Bibliotheken, die ähnlich wie Museen einen bestimmten Sammelschwerpunkt oder eine Spezialfunktion haben (z.B. Musikbibliotheken, Klosterbibliotheken, Schulbibliotheken etc.). Ebenso können private Bibliotheken, z. B. von Unternehmen, Religionsgemeinschaften, Parteien, Vereinen oder Familienverbänden, von hoher gesellschaftlicher Bedeutung sein.

Die Vermittlung der in den Bibliotheken gesammelten Informationen erfolgt durch die Bereitstellung von Medien und Dienstleitungen. Traditionell in Form von gedruckten Medien,  wie Büchern und Zeitschriften, zunehmend aber auch in digitaler Form (E-Books, DVDs oder elektronische Zeitschriften). Da viele gedruckte Medien physisch oftmals nur als Einzelexemplare vorliegen, ist die Zugänglichkeit zu diesen Informationsträgern meistens sehr eingeschränkt.  Die Umstellung auf elektronische Ressourcen dient daher zunehmend der weiteren Verbreitung und besseren Zugänglichkeit der Medien, da diese nicht mehr auf ein oder ein paar wenige Exemplare beschränkt sind. Dabei wird insbesondere die Retrodigitalisierung, d.h. die Digitalisierung älterer Bestände und seltener, kostbarer Bücher (Rara), immer wichtiger. Viele Bibliotheken stellen diese Digitalisate ihren Benutzern über E-Reader als digitale bzw. virtuelle Bibliothek zur Verfügung.

Die Vor-Ort-Benutzung von Medien in Bibliotheken erfolgt auf unterschiedliche Weise. Grundsätzlich wird zwischen Leihbibliotheken, in denen Medien auch physisch ausgeliehen werden können, und Präsenzbibliotheken, in denen Medien nur vor Ort benutzt werden können, unterschieden. Insbesondere für Präsenzbibliotheken erhöhen daher Bibliotheksscanner die Nutzerfreundlichkeit, da die Medien quasi über den Weg der Digitalisierung auch außerhalb der bibliothekseigenen Räume genutzt werden können.

Als Teil des kulturellen Erbes, können Bibliotheken zudem in Katastrophenfälle stark bedroht sein oder Primärziele bewaffneter Konflikte werden. Die Digitalisierung wichtiger, historischer und seltener Bibliotheksbestände ist daher zugleich eine Form des aktiven Kulturgutschutzes.

Aufgrund dieser vielfältigen Aufgabenfelder benötigen Bibliotheken bei der Digitalisierung ihrer Bestände auch unterschiedliche Arten von Bibliotheksscannern: vom Self-Service Scanner als Ersatz für Kopierer über Produktionsscanner für den Dokumentenlieferdienstbereich bis hin zu  Spezialscannern für die Retrodigitalisierung kostbarer Handschriften, vom A3 bis zum A0 Großformat, von der einfachen 180 Grad Buchauflage bis zur konservatorischen Buchwippe in V-Form.

So sind für die öffentlichen Bereiche mit hohem Publikumsverkehr, wie z.B. Lesesäle, Self-Service-Scanner wie unser book2net Spirit A3 oder book2net Public A2 zu empfehlen. Sie bieten hohe Qualität, hohen Bedienkomfort, Robustheit, Langlebigkeit und eine geschütztes Betriebssystem, das nicht manipuliert werden kann. Damit sind sie bestens geeignet für den anspruchsvollen Dauereinsatz und zugleich eine umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Kopierern.

Im Produktionsbereich der Digitalisierungszentren kommen Hochleistungsscanner wie der book2net Ultra A2  oder die book2net Mosquito A1  zum Einsatz. Für die konservatorische Digitalisierung kostbarer Rara-Bestände eignen sich dagegen besonders V-Scanner wie unsere Modelle book2net Cobra , Lizard  und Dragon oder Spezialapplikationen wie das book2net Multispektralsystem  zur wissenschaftlichen Erforschung von Handschriften und Inkunabeln.

Zusätzlich zu den speziellen Hardwareanforderungen benötigen Bibliotheksscanner auch eine spezielle Software, die einerseits intuitiv ist und von den Benutzern im Self-Service-Bereich problemlos bedient werden kann, andererseits aber auch einen reibungslosen Workflow garantiert und den Anforderungen zur Einbindung von Drittsoftware, zur Unterstützung von Dienstleistungsangeboten (Fernleihe etc.), zur OCR-Lesung oder zur Generierung von Metadaten entspricht.

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Bundessicherungsverfilmung

Die Vernichtung kulturhistorisch bedeutsamer Urkunden und Dokumente durch bewaffnete Konflikte oder Naturkatastrophen bedeutet unwiederbringlichen Schaden für das kulturelle Gedächtnis. Wertvolles Archiv- und Schriftgut ist daher besonders schutzbedürftig. Die Menge der Archivalien und deren zufällige Standorte lässt jedoch bei Katastrophen- beziehungsweise Gefahrenlagen eine Auslagerung in nennenswertem Umfang in aller Regel nicht zu, da die hierfür erforderlichen Bergungsräume kaum vorhanden sind. Aus diesem Grunde begann die Bundesrepublik Deutschland seit 1961 gemäß der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut ihre wertvollen Archivbestände zu Sicherungszwecken auf Mikrofilm zu verfilmen und an einem zentralen Bergungsort einzulagern, damit sie im Falle eines unwiederbringlichen Verlustes an die Stelle des originalen Archivguts treten können. Die Verfilmung ist eine Bundesaufgabe im Rahmen des Zivilschutzes, die der Bund selbst und die Länder im Auftrag des Bundes ausführen. In den Verfilmungsstellen der Länder werden die Archivalien nach bundeseinheitlich definierten Auswahlkriterien und unter Einhaltung festgelegter technischer Standards durch Fachpersonal sicherungsverfilmt.

Im Rahmen der Umstellung der Verfilmungsgeräte auf digitale Technik, die zwischen dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA) vereinbart wurde, erfolgten in jüngster Zeit Ausschreibungen für Hochleistungs-Archivscanner zur Durchführung dieses Großprojektes. Hierbei haben sich erfreulicherweise bereits mehrere der zentralen Verfilmungsstellen für die Anschaffung unseres neuen Archivscanners book2net Archive Pro entschieden.

 

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Betriebssysteme – Windows

Alle unsere book2net Digitalisierungssysteme und unsere Software Easy Scan arbeiten unter windows-basierten Betriebssystemen ab Windows 7. Damit sichern wir unseren Kunden eine hohe und langfristige Verfügbarkeit, Investitionssicherheit und Systemunterstützung. Für einen verzögerungsfreien und produktiven Arbeitsablauf, insbesondere im Bereich der Hochleistungs- und Massendigitalisierung, empfehlen wir jedoch die Installation von Windows 10 – 64 Bit.

Unsere Self-Service-Scanner für den öffentlichen Bereich, wie der book2net Spirit und der book2net Public, werden von uns routinemäßig ab Werk mit einem Windows Embedded Betriebssystem ausgestattet.  Diese modularisierte und speziell für unsere Anwendungen konfigurierte Version verbindet in kompakter Form alle Leistungen und den Komfort des Windows-Betriebssystems mit einer erhöhten Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Die Windows Embedded-Installation verwendet einzigartige Funktionen, die nur für die Windows Embedded-Produktfamilie zur Verfügung stehen. Zu den Hauptfunktionen zählt der Unified Write Filter (UWF), der während der Laufzeit des Scanprozesses einen Viren- und Schreibschutz gewährleistet. Er verhindert jeglichen Zugriff auf die Systemfestplatte, da alle Schreibanforderungen direkt auf den temporären Arbeitsspeicher geleitet werden. Alle Anwendungen und Zugriffe des Benutzers erfolgen ausschließlich im sogenannten Overlay.

Diese Technologie schützt das System vor Korruption durch Viren sowie vor unerwarteten Stromausfällen, da der ursprüngliche Inhalt der Festplatte unberührt bleibt und das System jederzeit durch einen Neustart wie­der auf den ursprünglichen Standard zurückgesetzt werden kann.

Der Betrieb unserer Systeme für den Public-Bereich findet also in einem geschützten Bereich statt, vergleichbar mit der Technologie von Geld- oder Fahrkartenautomaten.

Diese Art des Betriebssystems ist allerdings nur mit einem im Scanner integrierten PC verfügbar. In der Regel wird das System über einen ebenfalls im Gehäuse des Scanners integrierten Touchscreen gesteuert. Es ist aber auch möglich einen externen Bildschirm, Maus und Tastatur zu benutzen.

Buchfalzoptimierung

Insbesondere Bücher mit einem dicken Buchrücken haben im geöffneten Zustand eine tiefe Buchfalz. Die Seiten sind dadurch, betrachtet man die Vorlage seitlich bzw. von vorne, meist stark gebogen. Dadurch wir eine maßstabsgetreue und verzerrungsfreie Aufnahme erschwert. Da unsere Scansysteme lotrecht von oben digitalisieren und über eine hohe Schärfentiefe verfügen, geht trotz der starken Wölbung jedoch keine Information verloren. Lediglich der Text kann in solchen Fällen im Digitalisat eine leichte Wölbung aufweisen. Dies ist physikalisch nicht änderbar und unabhängig von der verwendeten Optik. Um dennoch ein optimales Ergebnis zu erhalten, bietet unsere Software die optionale Funktion „Buchfalzoptimierung“ an. Sie erkennt den Text und „entzerrt“ ihn, so dass sich jeder Buchstabe wieder auf einer gerade Linie befindet und der Text optimal lesbar ist. Die tiefe Buchfalz und der gewölbte Text werden somit optimiert dargestellt.

Achtung: Bei dieser Funktion handelt es sich um eine nachträgliche Bildmanipulation, welche  die optische Wahrnehmung verbessert, jedoch nicht mehr mit dem Inhalt des Originals übereinstimmt. Grundsätzlich sind all unsere Systeme darauf ausgelegt, ein farbverbindliches und wahrheitsgetreues Digitalisat des Originales zu erstellen. Eine solche nachträgliche Manipulation entspricht nicht mehr diesem Grundsatz.

Buchrückenfreistellung

Buchrückenfreistellung bezeichnet eine spezielle manuell, mechanisch oder motorisch gesteuerte Vorrichtung, mit deren Hilfe ein mehrerer Zentimeter breiter Spalt zwischen den einzelnen Auflageplatten der Buchwippe eingestellt wird, in den der Buchrücken schonend eingelegt werden kann. Moderne Scansysteme erlauben in der Regel eine individuell an die jeweilige Vorlage anpassbare Einstellung.

Oftmals wird eine Buchrückenfreistellung zusätzlich mit einer Buchrückenstütze kombiniert, die unterhalb des Bereiches der Auflageplatten, dem einliegenden Buchrücken Halt gibt. Sie verhindert zudem, dass bei einer Freistellung des Buchrückens kleinere Bücher durch den geöffneten Spalt durchrutschen. 

book2net Buchwippe

Buchwippe

Bei der Buchwippe (auch Buchwiege) handelt es sich um eine Vorrichtung, die das Digitalisieren, Verfilmen oder auch Kopieren gebundener Vorlagen, beispielsweise von Büchern, Archivakten, Zeitungsbände oder Magazinen, erleichtert. Sie sorgt dafür, dass die nebeneinanderliegenden Seiten gebundener Vorlagen, unabhängig von der Vorlagendicke und unabhängig davon, an welcher Stelle eine gebundene Vorlage aufgeschlagen ist, auf gleiche Höhe gebracht werden. So wird für beide Seite der gleiche Abstand zur Aufnahmeeinheit (Scansystem) erzielt, eine notwendige Voraussetzung, um eine optimales Scanergebnis zu gewährleisten.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kopierern oder Flachbettscannern liegt das Buch bei einer Buchwippe nicht mit der zu digitalisierenden Seite nach unten auf, sondern mit dem Textspiegel nach oben.

Es gibt vielfältige und unterschiedliche Konzeptionen derartiger Vorrichtungen. Entscheidend für die Auswahl der richtigen Buchwippe ist letztendlich das zu verarbeitende Material. So verlangen wertvolle historische Bestände wie alte Drucke und illuminierte Handschriften eine andere Form der Buchwippe als moderne Bücher, Zeitschriften oder Journale. Ebenso sind Parameter wie Beschaffenheit, Erhaltungszustand, Einband, Bindung oder Größe und Gewicht oftmals ausschlaggebend dafür, wie weit sich gebundene Materialien überhaupt öffnen lassen, ohne dass Schäden der Bindung oder des Buchrückens auftreten.

Daher werden auf dem Markt unterschiedlichste Formen von Buchwippen angeboten, um Bücher auch unter konservatorischen Gesichtspunkten optimal zu digitalisieren. Grundsätzlich lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

  • Einfache Buchstützten aus Schaumstoff
  • Mechanische oder motorische Buchwippen mit einem Öffnungswinkel von 180°
  • Mechanische oder motorische Buchwippen in V-Form, die nur eine reduzierte Öffnungswinkel zulassen <= 110°
  • Mechanische oder motorische Hybridsysteme, deren Öffnungswinkel sich variabel einstellen lässt

Je nach Bauweise verfügen professionelle Buchwippen zudem über weitere Hilfsmittel die einen schonenden Umgang mit den Vorlagen sicherstellen:

Glasandruck: Da die Seiten beim Scannen möglichst plan liegen sollten, sind Buchwippen oftmals mit einer Glasplatte ausgestattet, welche die Seiten der zu scannende Vorlagen möglichst andrücken soll.

Buchrückenfreistellung: Damit ist eine spezielle Mechanik gemeint, mit deren Hilfe ein mehrerer Zentimeter breiter Spalt zwischen den einzelnen Auflageplatten der Buchwippe eingestellt wird, in den der Buchrücken schonend eingelegt werden kann. Moderne Scansysteme erlauben in der Regel eine individuell an die jeweilige Vorlage anpassbare Einstellung.

Buchrückenstütze: Dies ist eine Mechanik unterhalb des Bereiches der Auflageplatten, die dem einliegenden Buchrücken Halt gibt und verhindert, dass bei einer Freistellung des Buchrückens kleinere Bücher durch den geöffneten Spalt durchrutschen.  

Buchbindung

Buchbindungen, die den heutigen sehr ähnlich sind, gab es bereits im ersten Jahrhundert nach Christus.  Zuvor wurden  geschriebene Manuskripte vorwiegend in gerollter Form aufbewahrt. Die frühesten gebundenen Sammlungen von losen Blättern werden als  „Codices“ bezeichnet. Sie wurden nach der Methode der sog. koptischen Bindung zusammengefasst, bei der  mehrere Lagen Papier durch das Verschlingen eines Fadens miteinander verbunden werden.

Bereits  im 2. Jahrhundert kamen dann Bücher mit einem weichen Einband auf. Derartige frühe Exemplare lassen sich am ehesten mit unseren modernen Taschenbüchern vergleichen; sie hatten entweder gar keinen Einband oder einen weichen Einband aus Pergament oder Papier. Später begannen Buchbinder mit Einbänden aus Holz zu experimentieren, die häufig mit Leder bezogen waren.

Das älteste gebundene Buch der westlichen Welt ist das St. Cuthbert Evangelium, das in das  8. Jahrhundert n. Chr. datiert wird und sich heute in der British Library befindet. Durch wissenschaftliche Untersuchungen, u.a.  einem CT-Scan, ließen sich detaillierte  Einblicke in den Aufbau des Buches gewinnen. Man fand heraus, dass sich zwischen dem Leder und den Holzbrettern ein lehmartiges Material befindet, wodurch das Muster auf dem Deckel erhöht wurde.

Als sich die mittelalterliche Buchbinderkunst weiterentwickelte, wurden bei einigen Büchern Klammern zur Stabilisierung hinzugefügt. Ähnliche Bindungen fanden sich bei Büchern  mit Pergamenteinband. Da Pergament gegen Feuchtigkeit aber sehr empfindlich ist, wurden Bücher mehr und mehr mit Stoff eingebunden.

Heutzutage tragen wir das Wissen der Welt mit unseren Smartphones herum, in früheren Jahrhunderten  konnte es jedoch nur in Büchern aufbewahrt und weitergegeben werden. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert stieg die Quote derjenigen, die des Lesens mächtig waren, und darauf folgte eine innovative Art des Buchbindens: das Beutel- oder Gürtelbuch. Diese Bücher besaßen über dem Ledereinband einen zweiten Bezug, mit dem sie am Gürtel befestigt werden konnten. Dies ermöglichte es der gebildeten, reichen bürgerlichen Bevölkerung, Bücher (hauptsächlich religiöse Texte) stets bei sich zu tragen.

Im Laufe der Zeit wurden Bücher immer aufwendiger gestaltet. Die Erfindung und Verbreitung von Papier erlaubte es, Bücher in einer bisher dahin nicht möglichen Auflagenhöhe herzustellen. Diese steigenden Möglichkeiten erforderten zugleich eine gewisse Automatisierung des Bindevorgangs. Um mit der sich steigernden Nachfrage Schritt zu halten, mussten sowohl die verwendeten Materialien als auch die Techniken überdacht werden. Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts wurden Bücher nicht mehr ausschließlich in rein handwerklicher Tätigkeit gebunden. Zunehmend übernahmen Herausgeber den gesamten Herstellungsprozess eines Buches, vom Druck bis zur Bindung. Bücher wurden auf sprödem Papier gedruckt und bis zum Ende des Jahrhunderts erhielten fast alle Bücher einen Leineneinband. Viele Bibliotheken haben diese Bücher mit einem neuen Einband versehen, wobei heutzutage versucht wird, die alten Einbände zu erhalten.

Im 20. Jahrhundert war das Buchbinden vollständig mechanisiert und der Klebstoff ersetzte den Faden, um die Seiten zusammenzuhalten. Doch nicht Jeder war von dieser industriellen Revolution begeistert. Buchbinder sehen ihr Handwerk als eine Kunst und nicht einfach nur als nützlich. Um diesem Trend entgegenzuwirken, versuchen Buchbinder auch weiterhin den Wert der traditionellen Techniken an die Gesellschaft zu vermitteln. Es gibt Wettbewerbe, die eindrucksvoll vermitteln, dass es sich hier um eine Kunstform handelt; eine Kunstform, die immer nach Perfektion strebt.

Buchformate

Buchformate haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert und variieren von Land zu Land. Deshalb ist es notwendig, flexible Scansysteme zu haben, um unterschiedlichste Formate sorgfältig digitalisieren zu können.

Das Buchformat gibt an, wie viele Blätter ein Buchdrucker aus einem Bogen Papier erstellen kann, dem traditionell die Maße eines römischen Pergamentbogens zugrunde liegen. Einen ungefalteten Bogen bezeichnet man als Atlasformat, Doppel- oder Großfolio. Faltet man einen Bogen ein erstes Mal, so erhält man das Folioformat (2 Blatt), faltet man ihn ein zweites Mal, erhält man das Quartformat (4 Blatt) usw. Die Größe variierte je nach Verfügbarkeit der Häute, die man zu Pergament verarbeitete.

Im Buchdruck des 15. bis19. Jahrhunderts wurde das Format ebenfalls nach der Zahl der Faltungen des Papierbogens angegeben. Die Größe des Papierbogens schwankte aber regional entsprechend dem jeweiligen Maßsystem. Gebräuchlich waren Bogengrößen zwischen 20 × 30 und 30 × 40 cm. Außerdem variierte die Buchgröße durch das Maß des Beschneidens nach dem Binden. Das Verhältnis von Höhe zu Breite ist je nach Art der Faltung unterschiedlich. Bei den Formaten 6°, 12° und 24° ist die Breite im Verhältnis zur Höhe schmaler als bei den Formaten 2°, 4°, 8° und 16°.

Standards in Deutschland

Seit 1883 bemühte man sich in Deutschland, die Bogengrößen zu vereinheitlichen. Es entstanden 12 Normformate, von denen die Nummer 1 ungefaltet (in plan)o 33 × 42 cm maß. Für die bibliographische Beschreibung von Büchern entstanden die Preußischen Instruktionen (PI), die standardisierte Buchgrößen festlegten. Hierbei wurden die alten Bezeichnungen Folio, Quart, Oktav usw. übernommen, jedoch gänzlich anders definiert. Zur Einordnung diente ausschließlich die Höhe des Buchrückens ohne Rücksicht auf die Bogenfaltung und Proportion. Hintergrund war die platzsparende bibliothekarische Aufstellung von gleich hohen Büchern in Regalen.

Generell kann man sagen, dass die Buchformate nach PI erheblich größer sind als nach der traditionellen Definition. So ist ein Oktavband nach PI bis 25 cm hoch und schließt damit Quart-, Oktav-, Duodez- und alle kleineren Formate nach traditionellem Verständnis ein. In anderen Ländern galten andere Regeln.

Durch verschiedene Druck-, Binde- und Zuschnitttechniken variiert die Größe des fertigen Buches. Daher hat die Deutsche Bibliothek in Frankfurt a. M. folgende Richtlinie erstellt:

Abkürzung

Name

Höhe des Buchrückens

gr. 2°

Groß-Folio

über 45 cm

Folio

40–45 cm

gr. 4°

Groß-Quart

35–40 cm

Quart

30–35 cm

Lex. 8°

Lexikon-Oktav

25–30 cm

gr. 8°

Groß-Oktav

22,5–25 cm

Oktav

18,5–22,5 cm

kl. 8°

Klein-Oktav

15–18,5 cm

16°

Sedez

10–15 cm

Angabe in Zentimetern

< 10 cm

Heute verwenden Bibliotheken im deutschsprachigen Raum meist die 1976 geschaffenen Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK), die auf der International Standard Bibliographic Description (ISBD) basieren. Hiernach wird bei der Katalogisierung die Höhe des Buchrückens in Zentimetern erfasst, ohne dass eine Formatkategorie angegeben wird. Buchhändler und Antiquare geben neben der Höhe häufig auch die Breite eines Buches oder eine Formatkategorie an. Letzteres gilt auch für manche ausländische Regelwerke.

Bucharten

Ein Buch (lateinisch liber) ist nach traditionellem Verständnis eine Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien, die mit einer Bindung und meistens auch mit einem Einband oder Umschlag versehen ist.

Es gibt verschiedene Arten von Büchern. Unterteilen kann man sie nach der Art der Herstellung (Broschur, Hardcover) oder aber nach dem Inhalt (Lexikon, Reiseführer, Roman etc.). Weiterhin gibt es zahlreiche Sonderfälle (u.a. Hörbuch, Blankobuch, Künstlerbuch). Auch Bücher aus dem täglichen Leben machen die Einteilung nicht leichter (Kassenbuch, Gästebuch). Zudem existiert eine Reihe von Produkten, die zwar gedruckt und gebunden sind, die aber nicht als Buch bezeichnet werden (u.a. Kalender, Zeitschriften). Auch sind für manche Bucharten unterschiedliche Synonyme in Gebrauch (Ausmalbuch bzw. Malbuch, Broschur bzw. Broschüre).

Im digitalen Zeitalter wurde der Begriff des Buches auch auf elektronische Publikationen übertragen (e-book).

Mechanische Buchwippe (180°)

Bei einer mechanischen Buchwippe erfolgt die notwendige  Ausgleichsbewegung über eine mechanische Hebel- und Feder basierte Konstruktion. Nach dem Prinzip einer Waage nehmen solche Buchwippen den Seitenausgleich selbstjustierend vor. Sie sind in der Regel, abhängig von ihrer mechanischen Grundkonzeption, extrem robust und langlebig.

Zum Einsatz kommen Buchwippen auf Basis dieser Konzeption in der Regel bei Scannern bis zum Format A2+, die insbesondere als Ersatz für Kopiersysteme in der Verwaltung, im Freihandbereich von Bibliotheken oder in der Archivdigitalisierung eingesetzt werden.

Da bei dieser Konzeption die Ausgleichsbewegung jedoch permanent stattfindet, verfügen solche Buchwippen bei professionellen Systemen zusätzlich noch über eine sogenannte Buchwippenarretierung. Sie funktioniert wie eine Bremse, welche die Ausgleichsbewegung der Buchwippe während des Scans unterbindet und somit Bewegungsunschärfe verhindert. Zusätzlich gibt es oftmals auch die Option, die Buchwippe als Ganzes per Hand- oder Fußschalter festzustellen und nur als planen Auflagentisch zu verwenden.

Unterstützend bietet eine solche Buchwippe die Möglichkeit der sogenannten Buchrückenfreistellung. Eine Mechanik mit deren Hilfe ein mehrerer Zentimeter breiter Spalt zwischen den Buchplatten geöffnet wird, in den der Buchrücken schonend eingelegt werden kann.

Eine weitere Option, über die solche Buchwippen sehr oft verfügen, sind Scanauslöser auf dem Vorlagentisch. Diese bieten speziell beim Digitalisieren ohne Andruckhilfe einen enormen Vorteil. Der Anwender ist dadurch in der Lage, den Scan komfortable mit der Hand auszulösen, selbst wenn er eine Hand benötigt, um Vorlagen festzuhalten oder runterzudrücken. Bei professionellen Systemen sind die Scanauslöser so in die Auflageplatten der Buchwippe integriert, dass sie unabhängig von Größe, Dicke oder Position der Vorlagen leicht zu bedienen sind und keine Beschädigung der Vorlagen erfolgt.

Glasplatten oder Andruckhilfen aus Makrolon sind weitere optionale Ausstattungsmerkmale solcher Buchwippen, die benutzt werden können, wenn die zu scannenden Seiten sanft und schonend angedrückt werden sollen.

Vorteile:
– Robust und Langlebig
– Einfach in der Handhabung
– Bei Profi-Systemen vielfältige Features, wie z.B. automatische Arretierung während des Scans
– Arretierung der Buchwippe per Schalter zum festen Auflagentisch
– Optionale Buchrückenfreistellung,
– Scanauslöser auf den Auflageplatten der Buchwippe
– Andruckhilfe aus Glas oder Makrolon©

 

Nachteile:
– Bei den meisten Anbietern sind die zu verarbeitenden Buchdicken für einen Höhenausgleich bis maximal 10 cm ausgelegt.
– Das maximal zulässige Gewicht von Büchern, bei denen die Ausgleichsbewegung gemäß dem Prinzip einer Waage noch funktioniert, ist auf wenige Kilogramm begrenzt.